Über E-Books und das Land der unbegrenzten Möglichkeiten

HOW I SOLD 1 MILLION EBOOKS IN 5 MONTHS

Autor: John Locke

E-Book (2011)



Über den Autor und das Buch:

John Locke hat eine kleine Serie an E-Books geschrieben und damit in den USA einen Volltreffer gelandet. Innerhalb von 5 Monaten hat er über eine Million „Donovan Creed“-Krimis verkaufen können und ist damit der erste Indie-Autor in der amerikanischen Geschichte, der so etwas geschafft hat. Er war in den Kindle-Bestseller-Listen auf den vordersten Rängen, das Wall Street Journal hat über ihn berichtet und jetzt fragen sich natürlich alle, wie kann das gehen, ein Autor, der seine Bücher selbst verlegt, kann/darf doch gar nicht so einen Erfolg haben. Hintergrund dafür ist eine spezielle Marketing-Strategie, die John Locke nun in diesem Buch hier verrät, und die somit jedermann nachmachen könnte. Wohlgemerkt: könnte…



Kommentar:

Ich habe ein amerikanisches „How to“-Buch gelesen, obwohl ich das nie wieder tun wollte. Jawoll! Und es gefiel mir. Ja, auch dieses Buch unterscheidet sich in groben Zügen nicht von einem typisch amerikanischen marktschreierischen Ratgeber, aber John Locke hat Humor und er hat mich mit seiner Sicht der Dinge wirklich gut unterhalten. Er nimmt sich selber nicht so ernst, aber dafür seine Leser – und er konnte mir tatsächlich vermitteln, dass er seine Leser, für die er schreibt, liebt.

Die ständigen Wiederholungen, die mich in vielen anderen Büchern dieser Art so genervt haben – ich meine, ehrlich, ich hab Bücher gelesen, da hätte man sich getrost zwei Drittel der Seitenanzahl sparen können, weil eh überall nur das gleiche stand – kamen hier praktisch nicht vor. Na gut, ein ganz klein wenig, ist schon klar. Das, was ihm wirklich wichtig war, hat er schon nochmal wiederholt, aber nicht in einem Maße, dass es störend wurde.

Er hat seine Strategie mit einfachen Worten erklärt, er hat begründet, warum er dieses Buch hier geschrieben hat, und er hat Beispiele gebracht. Ich muss zugeben, dass ich über gewisse – typisch amerikanische – Dinge wirklich den Kopf geschüttelt habe. Seine Vorgehensweise grenzt haarscharf an Manipulation, aber auch hier wiederum konnte er mir verklickern, dass er es nicht mit böser Absicht tut. Was soll ich sagen, ich fand den Mann, mitsamt seinem ganzen Pathos und mit seiner amerikanischen Lebenseinstellung – vor der mir normalerweise graut – sogar ein wenig sympathisch. Und ja, echt, ich werde mir eins seiner Bücher kaufen. Nur um zu sehen, ob er wirklich nur so mittelmäßig schreibt, wie er  von sich behauptet.

Ich werde hier natürlich nicht verraten, wie John Lockes Marketingstrategie aussieht, wer sich dafür interessiert, kann sich ja das Buch kaufen, die paar Euro oder Dollar kann man Herrn Locke getrost auch noch zugestehen. (Dazu am besten einfach auf das Cover oben klicken!)

Nur so viel: Es geht darum, sein Zielpublikum zu finden und für diese Leute zu schreiben. Und nur für diese. Ich hatte den Eindruck, dass die Strategie recht einfach ist. Sie hört sich zumindest einfach an, erfordert aber ganz sicher einen enormen Zeitaufwand und großen persönlichen Einsatz. Das hat also ganz und gar nichts mit der Vorstellung vom einsamen Dichter in seinem Schreibzimmerchen zu tun, der sich selbst verwirklicht und seine poetischen Gedanken zu Papier bringt. John Locke praktiziert eine ganz andere Art des Schreibens und das sogar in Interaktion mit seinen Lesern.

Aber, und jetzt kommt das ABER: Ich persönlich glaube, dass diese Strategie im deutschen Sprachraum (noch) nicht funktionieren würde. Der Einzugsbereich ist zu gering. Die Verbreitung von E-Book-Readern und die Bereitschaft der Leser für dieses Medium ist in unseren Breitengraden einfach noch nicht groß genug, um damit solch einen Erfolg wie im amerikanischen Raum möglich zu machen.

Aber, und jetzt kommt das zweite ABER: Ein Anfang ist gemacht, in den letzten Wochen bemerke ich immer öfter, dass Buch-Blogger voller Freude über ihren neu erworbenen E-Book-Reader berichten. Der Kindle und seine Brüder und Schwestern scheinen im Vormarsch zu sein und immerhin gibt’s auch heuer wieder Weihnachten und, wer weiß, vielleicht wünscht sich ja der ein oder andere ein solch schickes Teil.


Fazit:

Informativ und unterhaltsam geschrieben – ein Must-Read für Indie-Autoren, oder solche, die es werden wollen.

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